Vier Generationen

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1. Generation: 1896 - 1933 Ing. Theodor Witt
Im Jahre 1896 übernimmt der Gründer Theodor Witt eine in Aachen zum Verkauf stehende Dampfmaschinenfabrik. Der aus einer Holsteiner Kaufmannsfamilie stammende Jungingenieur will dort Kältemaschinen und Kühlanlagen bauen. Er ist der Erfinder der HD-Schwimmerregelng-Regelung in Verbindung mit Zentralabscheider und überfluteten Verdampfern. Das Konzept entspricht heute noch der aktuellen und weltweit angewendeten Technik beim Bau industrieller Kälteanlagen. Von Anfang an verfolgt Theodor Witt das Ziel, die aufwendige Maschinenbetreuung von Kälteanlagen durch eine weitgehend automatische Betriebsweise zu ersetzen.
  
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2. Generation: 1933 - 1965 Dipl.-Ing. Hans Witt
Sein Sohn Hans Witt führt das Unternehmen durch die Wirren der Kriegs- und Nachkriegsjahre und baut das 1944 völlig zerstörte Werk in Aachen an alter Stelle wieder auf. Er konstruiert und baut die ersten Kältemittelverdichter mit geschweißtem Gehäuse und bringt die Kältemittelpumpen der AFP-Reihe zur Marktreife. Außerdem entwickelt er die ersten Eiswasseranlagen mit verzinkten Rohrschlangen,die in zahlreiche Molkereien und Brauereien installiert, WITT- Kälteanlagen bekannt machten.
 
 
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3. Generation: 1965 - 1998 Dipl.-Ing. Günter Witt
Auch der Sohn von Hans Witt führt den Bau kompletter industrieller Kälteanlagen, insbesondere Eiswasseranlagen, weiter und vergrößert die Produktion von Komponenten für die Kälteindustrie. Er entwickelt die Hochdruckschwimmer - Regler und Kältemittelpumpen weiter (zunächst die hermetische SP-Reihe und die offene GP-Reihe und später die HRP-Reihe) und verbessert die Eiswasseranlagen. Außerdem baut er die Produktion von speziellen Druckbehälter-Einheiten aus. Unter seiner Leitung erlebt die Firma eine kontinuierliche Aufwärtsentwicklung, die es erfordert, dass die Firma 1984 von der alten Adresse in der Kamperstraße in das auf ca. 20.000 m² vergrößerte, neue Werk in der Lukasstr. 32 umzieht.
 
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4. Generation: seit 1998 Dipl.-Ing. Monika Witt
Nachdem die Tochter von Günter Witt erste Erfahrungen als Projektingenieurin im Tieftemperaturbereich (Luftzerlegungs-anlagen) in Deutschland und den USA sammeln konnte, führt sie seit 1998 als geschäftsführende Gesellschafterin die Familientradition weiter.
 
 
 
 
 
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4. Generation: seit 1999 Dipl.- Betriebswirt Florian Weber
Als Urenkel von Theodor Witt führt Florian Weber als geschäftsführender Gesellschafter die kaufmännische Belange und übernimmt damit Verantwortung für das erfolgreiche Fortbestehen des Unternehmens.

Im Wandel der Zeit
kamperstr1896.jpg 1896 Gründung einer Kältemaschinenfabrik
Der Jung-Ingenieur Theodor Witt aus Itzehoe/Holstein kaufte dazu eine in Aachen zum Verkauf stehende Dampfmaschinenfabrik und begann mit der Produktion und Montage von Kältemaschinen.
kamperstr1896_dreherei.jpg Die vorgefundenen Dampfmaschinen-Konstruktionen und die selbstkonstruierten Ammoniak-Kompressoren hatten eine gemeinsame Kolbenstange, denn es gab noch keinen Elektro-Antrieb. Auch alle Produktionsmaschinen wurden noch über Riemen angetrieben.
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(Betriebsausflug 1936)
Haupt-Kundenkreis
Obstkühlhäuser in Südtirol gehörten genauso wie Schlachthöfe in Norddeutschland zu den Kunden der ersten Stunde. Außerdem wurden gewerbliche Kälteanlagen für Handel und Gewerbe im Aachener Umfeld erstellt.
kompressor_alt.jpg Ab Beginn der 30er Jahre wurden die Ammoniak-Kompressoren in geschweißter Ausführung
gebaut.
abscheider_alt.jpg Der Hochdruck-Schwimmerregler in Verbindung mit einem Zentralabscheider, überfluteten Verdampfern (und Anfeucht-Einrichtung für das Sauggas) erhielt Patentschutz. Die ursprünglich als "Witt-Hochleistungsregelung" bezeichnete Anordnung entspricht der bis heute aktuellen Anlagenkonzeption für Großkälteanlagen.
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(Die Nacht zum 11. April 1944)
Die Kriegszeit 1939 bis 1945.
1939 wurde der Sohn Dipl.-Ing. Hans Witt alleiniger Geschäftsführer der seit 1911 als GmbH eingetragenen Firma mit ca. 100 Beschäftigten.

Am 11. April 1944 wurde das Werk in Aachen durch Bomben total zerstört. Wegen kriegswichtiger Aufträge ( Lebensmittel- versorgung, Tieftemperatur-Vakuum- Simulationskammern zur V-Waffen Erprobung ) wurde die Belegschaft samt Familien nach Illertissen/Bayern transportiert, wo bei der Kältemaschinenfabrik Gebr. Plersch mit einer notdürftig aufgezogenen Fertigung weiterproduziert wurde. Schon im September 1945 erfolgte die Rückkehr in das in Schutt und Asche liegende Aachen.
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(Der Morgen am 11.April 1944)
kamperstr1945_mittarbeiter.jpg Der Neubeginn 1945 in Aachen
erfolgte mit ca. 25 Mann. Der Betrieb wurde in ehemaligen Schweinemast-Ställen provisorisch wieder aufgenommen. Mit Reparaturen und Neuinstallationen aus Altbeständen wurden Lebensmittel eingetauscht, um die Hungerjahre zu überstehen.
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(Das neue Werk 1951)
Wiederaufbau der Fabrik
Ein Neubau für Werkstatt und Büros konnte 1951 alter Stelle im Aachener Süden wieder bezogen werden. Die ersten Kunden, die mit der neuen D-Mark bar bezahlen konnten, waren die Eisdielen. Später kamen verschiedene Gewerbebetriebe hinzu.
Die in Aachen ansässige Schokoladenindustrie und viele andere Firmen, die mit der Lagerung oder Verarbeitung von Nahrungsmitteln und Getränken zu tun hatten, ließen das Geschäft mit Ammoniak-Großkälteanlagen wieder aufleben.
produktion_1959.jpg Die benötigten Kompressoren, Hochdruck-Schwimmerregler, Abscheider, Kältemittelpumpen und Absperrventile entstammten alle eigener Produktion.
1954 war wieder eine Beschäftigtenzahl von ca. 100 erreicht. Mit geringen Abweichungen ist diese Zahl bis in die 90er Jahre konstant geblieben.
ew_anlage_1959.jpg Die Eiswasser - Jahre.
In Molkereien und Brauereien hatten zuvor große Kälteanlagen gestanden, die täglich nur kurzzeitig zum Einsatz kamen. Weil hier hauptsächlich Kälte bei ± 0 °C benötigt wird, kann Eisspeicherung und Umpumpen von Schmelzwasser zur Anwendung kommen. Die Fa. Witt wurde ab Mitte der 50er Jahre zum Marktführer auf diesem Spezialgebiet. Mit feuerverzinkten Ammoniak-Verdampfersystemen eigener Fertigung konnten unter Verwendung des verbillgten Nachtstromes Eis angefroren werden, dass tagsüber abgeschmolzen wurde. Der unproblematische Umgang mit Wasser an den Kühlstellen trug zum Erfolg dieses Verfahrens entscheidend bei.
kamperstr1965.jpg Spezialisierung auf Industriekälte
Als Dipl.-Ing. Günter Witt im Jahr 1965 als alleiniger Geschäftsführer das Familienunternehmen übernimmt, wird die Firma um einen neuer Bürotrakt erweitert.
Die bis dahin fortgeführte "Kleinkälte" wurde eingestellt und stattdessen Fertigung und Vertrieb der Eiswasseranlagen ausgebaut.
prospekt_1981.jpg Die Produktion von Kältekomponenten erfolgte zunächst nur für die selbsterstellten Kälteanlagen. Dazu gehörten Kältemittelpumpen, Kolbenverdichter,
Hochdruck-Schwimmerregler, Ammoniak-Abscheider und -Verdampfer.
Zuerst von der Fa. Linde, später auch von vielen anderen angeregt, wurden diese Komponenten künftig am Markt für Montagefirmen von Großkälteanlagen angeboten.
Und dies mit großem Erfolg, obwohl dem manchmal gewisse Vorbehalte gegenüber einem eventuellen Wettbewerber entgegenstanden. Diese Vorbehalte konnten offensichtlich überwunden werden aufgrund der strikten Trennung zwischen Anlagenbau und Komponentenverkauf. Die Vorteile ausgereifte Produkte für die Industriekälte erwerben zu können, die auf jahrelanger Erfahrung und Sachkenntnissen beruhen, taten ein Übriges dazu.
lukasstr.jpg Neuer Standort Lukasstr.
Um Platz für gestiegenen die Anforderungen zu erzielen, wurde Mitte der 80er Jahre der ursprüngliche Standort der Firma verlassen und am Nordrand der Stadt Aachen eine zweckmäßig und modern ausgestattete Fertigung und Verwaltung bezogen.
Entwicklung der WITT Kältemittelpumpe
Bereits seit Gründung der TH. WITT Kältemaschinenfabrik GmbH wurden Kältemittelpumpen für die Kälteanlagen benötigt. Zunächst, für jede Anlage individuell ausgelegt und gefertigt entwickelte sich mit der Zeit ein Serienprodukt. Von den ursprünglich eingesetzten Zahnradpumpen ging die Entwicklung zu Seitenkanalpumpen. Die ersten Serienpumpen besaßen eine doppelte Ölkammer mit je einem Öleinfülltopf. Die Gleitringdichtung bestand aus einen O-Ring.

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Erster Prospekt für WITT Kältemittelpumpen
Offene Pumpe vom Typ PU

1940 - 1965
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Offene Kältemittelpumpe vom Typ AFP

Ca. 1962 - 1972
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Erste hermetische Kältemittelpumpe vom Typ SP
1965 - 1975

gp_pump1.jpg Offene Kältemittelpumpe vom Typ GP1972 - heute
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Hermtische Kältemittelpumpen vom Typ HRP
ausschließlich für die Kältetechnik entwickelt1994 bis heute