Im Wandel der Zeit
kamperstr1896.jpg 1896 Gründung einer Kältemaschinenfabrik
Der Jung-Ingenieur Theodor Witt aus Itzehoe/Holstein kaufte dazu eine in Aachen zum Verkauf stehende Dampfmaschinenfabrik und begann mit der Produktion und Montage von Kältemaschinen.
kamperstr1896_dreherei.jpg Die vorgefundenen Dampfmaschinen-Konstruktionen und die selbstkonstruierten Ammoniak-Kompressoren hatten eine gemeinsame Kolbenstange, denn es gab noch keinen Elektro-Antrieb. Auch alle Produktionsmaschinen wurden noch über Riemen angetrieben.
kamperstr1936_mittarbeiter.jpg
(Betriebsausflug 1936)
Haupt-Kundenkreis
Obstkühlhäuser in Südtirol gehörten genauso wie Schlachthöfe in Norddeutschland zu den Kunden der ersten Stunde. Außerdem wurden gewerbliche Kälteanlagen für Handel und Gewerbe im Aachener Umfeld erstellt.
kompressor_alt.jpg Ab Beginn der 30er Jahre wurden die Ammoniak-Kompressoren in geschweißter Ausführung
gebaut.
abscheider_alt.jpg Der Hochdruck-Schwimmerregler in Verbindung mit einem Zentralabscheider, überfluteten Verdampfern (und Anfeucht-Einrichtung für das Sauggas) erhielt Patentschutz. Die ursprünglich als "Witt-Hochleistungsregelung" bezeichnete Anordnung entspricht der bis heute aktuellen Anlagenkonzeption für Großkälteanlagen.
kamperstr1944_brand.jpg
(Die Nacht zum 11. April 1944)
Die Kriegszeit 1939 bis 1945.
1939 wurde der Sohn Dipl.-Ing. Hans Witt alleiniger Geschäftsführer der seit 1911 als GmbH eingetragenen Firma mit ca. 100 Beschäftigten.

Am 11. April 1944 wurde das Werk in Aachen durch Bomben total zerstört. Wegen kriegswichtiger Aufträge ( Lebensmittel- versorgung, Tieftemperatur-Vakuum- Simulationskammern zur V-Waffen Erprobung ) wurde die Belegschaft samt Familien nach Illertissen/Bayern transportiert, wo bei der Kältemaschinenfabrik Gebr. Plersch mit einer notdürftig aufgezogenen Fertigung weiterproduziert wurde. Schon im September 1945 erfolgte die Rückkehr in das in Schutt und Asche liegende Aachen.
kamperstr1944_zerstoert.jpg
(Der Morgen am 11.April 1944)
kamperstr1945_mittarbeiter.jpg Der Neubeginn 1945 in Aachen
erfolgte mit ca. 25 Mann. Der Betrieb wurde in ehemaligen Schweinemast-Ställen provisorisch wieder aufgenommen. Mit Reparaturen und Neuinstallationen aus Altbeständen wurden Lebensmittel eingetauscht, um die Hungerjahre zu überstehen.
kamperstr1951.jpg
(Das neue Werk 1951)
Wiederaufbau der Fabrik
Ein Neubau für Werkstatt und Büros konnte 1951 alter Stelle im Aachener Süden wieder bezogen werden. Die ersten Kunden, die mit der neuen D-Mark bar bezahlen konnten, waren die Eisdielen. Später kamen verschiedene Gewerbebetriebe hinzu.
Die in Aachen ansässige Schokoladenindustrie und viele andere Firmen, die mit der Lagerung oder Verarbeitung von Nahrungsmitteln und Getränken zu tun hatten, ließen das Geschäft mit Ammoniak-Großkälteanlagen wieder aufleben.
produktion_1959.jpg Die benötigten Kompressoren, Hochdruck-Schwimmerregler, Abscheider, Kältemittelpumpen und Absperrventile entstammten alle eigener Produktion.
1954 war wieder eine Beschäftigtenzahl von ca. 100 erreicht. Mit geringen Abweichungen ist diese Zahl bis in die 90er Jahre konstant geblieben.
ew_anlage_1959.jpg Die Eiswasser - Jahre.
In Molkereien und Brauereien hatten zuvor große Kälteanlagen gestanden, die täglich nur kurzzeitig zum Einsatz kamen. Weil hier hauptsächlich Kälte bei ± 0 °C benötigt wird, kann Eisspeicherung und Umpumpen von Schmelzwasser zur Anwendung kommen. Die Fa. Witt wurde ab Mitte der 50er Jahre zum Marktführer auf diesem Spezialgebiet. Mit feuerverzinkten Ammoniak-Verdampfersystemen eigener Fertigung konnten unter Verwendung des verbillgten Nachtstromes Eis angefroren werden, dass tagsüber abgeschmolzen wurde. Der unproblematische Umgang mit Wasser an den Kühlstellen trug zum Erfolg dieses Verfahrens entscheidend bei.
kamperstr1965.jpg Spezialisierung auf Industriekälte
Als Dipl.-Ing. Günter Witt im Jahr 1965 als alleiniger Geschäftsführer das Familienunternehmen übernimmt, wird die Firma um einen neuer Bürotrakt erweitert.
Die bis dahin fortgeführte "Kleinkälte" wurde eingestellt und stattdessen Fertigung und Vertrieb der Eiswasseranlagen ausgebaut.
prospekt_1981.jpg Die Produktion von Kältekomponenten erfolgte zunächst nur für die selbsterstellten Kälteanlagen. Dazu gehörten Kältemittelpumpen, Kolbenverdichter,
Hochdruck-Schwimmerregler, Ammoniak-Abscheider und -Verdampfer.
Zuerst von der Fa. Linde, später auch von vielen anderen angeregt, wurden diese Komponenten künftig am Markt für Montagefirmen von Großkälteanlagen angeboten.
Und dies mit großem Erfolg, obwohl dem manchmal gewisse Vorbehalte gegenüber einem eventuellen Wettbewerber entgegenstanden. Diese Vorbehalte konnten offensichtlich überwunden werden aufgrund der strikten Trennung zwischen Anlagenbau und Komponentenverkauf. Die Vorteile ausgereifte Produkte für die Industriekälte erwerben zu können, die auf jahrelanger Erfahrung und Sachkenntnissen beruhen, taten ein Übriges dazu.
lukasstr.jpg Neuer Standort Lukasstr.
Um Platz für gestiegenen die Anforderungen zu erzielen, wurde Mitte der 80er Jahre der ursprüngliche Standort der Firma verlassen und am Nordrand der Stadt Aachen eine zweckmäßig und modern ausgestattete Fertigung und Verwaltung bezogen.